Xenias Katzen-ABC: P wie Persönlichkeit

 

 

 

Als echter Katzenfreund weißt Du natürlich, dass keine Katze wie die andere ist!!!

 

 

 

Aber wir sind als Katzenmitbewohner eher voreingenommen.

 

 

 

Um aus den charakterlichen Unterschieden  ein wissenschaftliches Konzept von Persönlichkeit zu erhalten, muss man gewisse Ähnlichkeiten im Verhalten deshalb unter vergleichbaren Rahmenbedingungen beobachten und kann diese dann in Gruppen einteilen.

 

 

 

Beim Menschen kennt man z.B. das Konzept der 5 Persönlichkeitsfaktoren, die „Big 5“:

 

1) Neurotizismus (Neigung zu emotionaler Labilität, Ängstlichkeit und Traurigkeit),


2) Extraversion (Neigung zur Geselligkeit und zum Optimismus; Gegenpol: Introversion als Neigung zur Zurückhaltung),


3)
Offenheit für Erfahrung (Neigung zur Wißbegierde, Interesse an neuen Erfahrungen),


4)
Verträglichkeit (Neigung zum Altruismus, zur Kooperation und Nachgiebigkeit) und


5)
Gewissenhaftigkeit (Neigung zur Disziplin, zu hoher Leistungsbereitschaft Leistung, zur Zuverlässigkeit)“.

 

[Quelle: https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/big-five-persoenlichkeitsfaktoren/2360]

 

Bei uns nutzt man ausgeklügelte Fragebögen, um herausfinden, wie stark diese fünf Faktoren an der jeweiligen Persönlichkeit beteiligt sind.

 

 

 

Welche ähnlichen Persönlichkeitstypen gibt es bei Katzen?

 

 

 

Was beeinflusst die Persönlichkeitsbildung?

 

 

 

Rassebedingte Unterschiede in Bezug auf Verhalten, Temperament und Charakter sind Dir bestimmt bekannt, z.B. sind Siam sehr gesprächig, Perser eher ruhig, Bengal sehr aktiv und Ragdoll sind unheimlich menschenbezogen.

Hauskatzen sind normalerweise gute Jäger.

 

 

Verhalten ist also beeinflusst von Vererbung (Un-/ bzw Freundlichkeit wird insbesondere vom Vater weitergegeben), pränatalen Einflüssen im Mutterleib (z.B. Stress der Kätzin während der Trächtigkeit, Futterverfügbarkeit und welches Geschlecht die benachbarten Kitten haben), frühes Lernen, Erziehung durch die Mutter, Sozialisierung mit Geschwistern, Menschen und anderen Tieren und Erfahrungen, die die Katze im Laufe des Lebens macht.

 

 

So wurde in Versuchen nachgewiesen, dass Kitten, die mehrere Minuten täglich von Menschen gestreichelt und bekuschelt wurden, später viel zutraulicher waren als Kitten, die keinen regelmäßigen Kontakt zu Leuten hatten.

 

 

Es gibt auch geschlechtsspezifische Unterschiede.

So wurden Kater als freundlicher, zutraulicher, verspielter und entspannter beschrieben als Kätzinnen, dafür markieren sie aber auch eher als Weibchen.

 

Kätzinnen gelten eher als zurückhaltend und aggressiv gegen Menschen und andere Katzen.

 

 

Farbunterschiede im Verhalten (z.B. Glückskatzen sind nervöser) wurden auch öfters beschrieben, hängen aber wohl mit der Vererbung allgemein zusammen.

 

 

 

Verhaltensforscher sind sich schon länger einig, dass man bei Katzen mindestens zwei Persönlichkeitstypen benennen kann und zwar

a) die Aktiven (freundlich/wagemutig) und

b) die Passiven (scheu/zurückhaltend).

 

 

Das kannst Du selbst gut beobachten, wenn Du Besuch bekommst und schaust, wie sich Deine Katzen verhalten. Ziehen sie sich beobachtend zurück oder begrüßen sie ihnen fremde Personen freundlich?

 

 

Bradshaw, ein bekannter Verhaltensforscher, beschreibt drei Aspekte der Katzenpersönlichkeit:

 

 

1. Verhalten bezogen auf andere Katzen (aufgeschlossen vs zurückhaltend)

 

2. Verhalten bezogen auf Bezugspersonen (enge Kontakte vs zurückhaltend)

 

3. Verhalten im Allgemeinen (mutig/aktiv vs ruhig/vorsichtig).

 

 

 

So ist meine Lilly z.B. allgemein eher ruhig und vorsichtig, aber in Bezug auf  Menschen, die sie gut kennt, durchaus freundlich und sie kommt auch gerne und schläft auf unseren Beinen.

 

 

2017 belegte eine Studie von Litchfield et al, dass die Big 5 sogar ähnlich wie oben beschrieben bei Katzen anwendbar sind: Neurotizismus, Extraversion, Dominanz, Impulsivität und Verträglichkeit.

 

Was bringt den Katzen das nun? Sehr viel sogar!

 

 

Der Nutzen ist sehr interessant:

so schlagen die Forscher vor, dass z.B. Katzen, die normalerweise verträglich sind, bei plötzlich einsetzender Reizbarkeit vermutlich an Schmerzen leiden.

 

Außerdem hilft es, passende Katzen-Menschen-Paare zu finden, wenn es um die Vermittlung geht.

 

 

Wenn wir Menschen besser verstehen, welchen Typ Katze wir gerne hätte, steigen die Chancen, dass sich die richtigen Paarungen finden werden und Enttäuschungen und falsche Vorstellungen vermieden werden.

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0